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Was ist Heliskiing?

Ganz einfach: Heliskiing ist die exklusivste Form des Freeridens. Viele Wintersportler haben zumindest eine grobe Vorstellung davon, was das Tiefschneeabenteuer wirklich ist. Für alle, die es genauer wissen wollen, gibt es hier die wichtigsten Fakten.

Auf viele Skifahrer und Snowboarder übt das Freeriden mit dem Hubschrauber eine beinahe magische Faszination aus. Es ist aber auch zu verlockend: Man residiert in einer luxuriösen Lodge mitten in den Bergen, lässt sich von hervorragendem Essen und mancherorts erholsamen Wellness-Angeboten verwöhnen und startet jeden Morgen mit dem Hubschrauber zu neuen Traumhängen. Das erwartet euch beim Heliskiing in Nordamerika:

Die Heliskiing-Gebiete

Beim Heliskiing ist man fernab von präparierten Pisten und lawinenüberwachten Gebieten in den Bergen unterwegs. Was aber nicht bedeutet, dass man die Abfahrten dem Zufall überlässt: Wie auf einem Pistenplan haben die Heliski-Anbieter die Runs in ihrem Areal verzeichnet. Eine ziemlich starke Leistung, immerhin sind die Gebiete gigantisch. Schon die kleinsten sind so groß wie mehrere Skigebiete zusammen, die größten erreichen Dimensionen von ganzen Bundesländern mit mehreren Tausend Quadratkilometern.

Die Frage, ob diese Ausmaße notwendig sind, scheint berechtigt, zumal immer nur wenige Wintersportler gleichzeitig pro Areal unterwegs sind. Doch je größer das Gebiet ist, desto vielfältiger sind die Ausweichmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Und bei ausbleibendem Schneefall über eine gewisse Zeit sollte man eh sorgsam mit der Ressource Schnee umgehen. Schließlich möchte jeder Gast vor allem eines: auf unberührten Hängen powdern.

Heliskiing-Gebiete gibt es mittlerweile fast auf der ganzen Welt, von Grönland und Island über Kamtschatka und den Himalaya bis nach Chile und Alaska. Das Traumziel aller Heliskier und Heliboarder ist allerdings British Columbia. Bis zu 20 Meter Schnee fallen jährlich auf die Gebirgsketten in der kanadischen Provinz. Zudem sind die Chancen, hier den berühmten „Champagne Powder“ zu finden, den herrlich trockenen Pulverschnee, in den Monashee und Selkirk Mountains extrem hoch.

Das Heliskiing-Terrain

Es ist schwer, ein typisches Heliskiing-Terrain zu beschreiben. Je nachdem, wo auf der Welt man in den Heli steigt, unterscheidet sich das Gebiet erheblich von anderen im Hinblick auf die Berge, das Klima, den Schnee. Grob gesehen – mit lokalen Besonderheiten – gibt es in Nordamerika zum Beispiel folgende Varianten:

Tree Skiing

Der beliebte Naturslalom durch den Wald. Wenn der Abstand ausreichend ist, gibt es kaum etwas Schöneres, als zwischen den Bäumen zu powdern. Äste und Stämme bieten nämlich einen hervorragenden Schutz vor Sonne und Wind – der Schnee hat beim Tree Skiing daher oftmals top Qualität. Und selbst, wenn außerhalb des Waldes dichter Nebel unter den Gipfeln hängt, ist die Sicht zwischen den Bäumen normalerweise noch sehr gut.

Gletscher

Der pure Genuss. In diesem weiten und offenen Gelände kann man ganz entspannt cruisen.

Bowls

Dieses schüsselförmige Gelände befindet sich im alpinen Bereich oberhalb der Baumgrenze. Über ein Steilstück zu Beginn gelangt man zu den sanfteren Ausläufern.

Die Heliskiing-Gruppen

Oftmals bestehen Heliski-Gruppen aus zehn bis elf Personen, hinzukommen die Guides. Normalerweise teilen sich drei Gruppen einen Helikopter. Während eine gerade im Hang ist, wurde die zweite soeben am Gipfel abgesetzt und die dritte macht sich unten bereit, abgeholt zu werden. Wartezeiten lassen sich dadurch auf ein Minimum reduzieren.
Und dann gibt es Gruppen mit vier bis fünf Personen. Das bringt einige Vorteile mit sich. Das Tempo ist normalerweise höher, die Gruppen meistens harmonischer auf ihr fahrerisches Können abgestimmt. Die kleineren Helikopter, die beim Small Group Heliskiing zum Einsatz kommen, sind flexibler bei schwierigen Wetterbedingungen. Einige Anbieter nutzen die kleinen Helis für ihre normalen, andere für ihre „private“ oder „semi-private“ Programme – die dann etwas mehr ins Geld gehen.

Die Heliskiing-Programme

Zum Standard gehören siebentägige Heliskiing-Programme, die sowohl Unterkunft als auch Verpflegung und einen Shuttle-Service vom und zum Flughafen beinhalten. Leihmaterial ist ebenfalls im Preis enthalten. Auch Angebote für fünf oder weniger Tage sind nicht unüblich. Einige Anbieter ermöglichen Heliskiing sogar für nur einen Tag, als Schnuppertag für Einsteiger oder als Höhepunkt eines Resort-Urlaubs.

Die Heliskiing-Unterkünfte

Einige Lodges befinden sich in Ortschaften oder mitten im Skigebiet, andere – die sogenannten Fly-in-Lodges – liegen so abgelegen, dass sie nur mit dem Hubschrauber zu erreichen sind. Mindestens komfortabel sind sie alle, einige sogar wirklich luxuriös. Ein rustikales Holz-Design haben viele gemeinsam, ebenso wie eine ausgezeichnete Kulinarik. Besonders in den letzten Jahren haben viele Anbieter noch einmal viel Geld in Renovierungen gesteckt. Wellness-Bereiche mit Sauna und Hot Tub sind längst keine Seltenheit mehr. Bei manchen Anbietern nächtigen die Gäste in Hotels – charmanter ist allerdings die Lodge in den Bergen.

Was ihr sonst noch unbedingt zum Heliskiing wissen solltet – von Höhenmetern über Sicherheit bis zur Frage „Bin ich gut genug fürs Heliskiing?“ – all diese Fragen beantworten wir im Artikel „Heliskiing – Top 10 Fragen“.