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Icefields Parkway – der Weg ist das Ziel

Text: Alexandra Arendt

Der Icefields Parkway feierte 2015 sein 75. Jubiläum. Der Highway, der von Lake Louise nach Jasper im Norden führt, ist unbestritten eine der schönsten und atemberaubendsten Strecken und zählt nicht umsonst zu den Top Ten „Scenic Drives“ in der Welt.

Wer einmal dort war, wird diese Reise so schnell nicht vergessen. Und hat vermutlich unzählige Erinnerungsfotos geknipst. Denn eine Aussicht ist schöner als die andere: Der Blick schweift über türkisfarbene Seen und Flüsse und atemberaubende Aussichten auf Berge und Gletscher. 230 Kilometern führen durch das Herz der kanadischen Rocky Mountains mit der einmaligen Gelegenheit, durch geschützte Wildreservate zu fahren und die unglaubliche Natur in der kanadischen Provinz Alberta zu bewundern.

Der Icefields Parkway im Herz der Rocky Mountains

 

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1940 begeistert der Icefield Parkway Besucher aus der ganzen Welt. Doch der Weg zwischen den beiden Nationalparks Banff Lake Louise und Jasper war nicht immer so leicht für Menschen zugänglich. Vor 8.000 Jahren war dort alles eine einzige Eislandschaft, nur die höchsten Bergspitzen ragten aus dem Eis.

Vor der Straße war der Trail

Bevor der Highway entstanden, war die Straße ein anstrengender Berg-Trail. Geführt von den Einheimischen kamen die ersten europäischen Reisenden dorthin und wanderten durch die Berge. Heute kann man sich auf die Spuren der ersten europäischen Pelzhändler, Entdecker, Eisenbahnreisenden und Bergsteiger machen, die einst die Gegend durchstreiften.

Damals dauerte die Reise mit Pferden etwa zwei Wochen. Im Jahr 1885 wurde die Canadian Pacific Railway fertiggestellt. Sie legte den ersten Grundstein dafür, dass Reisende nach Banff und Lake Louise und später auch in den Jasper National Park kamen. Schließlich begann so im Jahre 1931 der Bau des Icefields Parkways, der die faszinierende Natur in der Region der Mehrheit der Reisenden und Touristen zugänglich macht.

Faszinierende Geschichte und Bergkultur

Als Teil des Wirtschaftsprojektes zur Weltwirtschaftskrise rekrutierte die kanadische Regierung 600 arbeitslose Männer zum Bau des Icefields Parkway. Um so viele Männer wie möglich anzustellen, wurde die Straße entlang der Great Divide hauptsächlich in Handarbeit und mit Hilfe von Pferden erbaut. Pro Arbeitscrew war nur eine mechanische Zugmaschine zugelassen. So dauerte es bis zur Fertigstellung im Jahr 1940 fast zehn Jahre.

Icefields Parkway = Highway 93

Der Icefields Parkway, auch als Highway 93 bekannt, führt durch die beiden höchsten Pässe, die für Autofahrer zugänglich sind: der Bow Pass (2.067 m) und der Sunwapta Pass (2.030 m). Das Wasser vom Columbia Icefield fließt in drei verschiedene Ozeane: den Arktischen, den Atlantik und den Pazifik.

Beindruckende Tier- und Pflanzenwelt

Die Region rund um den Icefields Parkway ist das Zuhause einiger gefährdeter Pflanzenarten und bedrohter Tiere,  wie etwa dem Star auf der kanadischen 25-Cent-Münze: das Wald-Rentier. Außerdem sind in der Region Schafe, Bergziegen, Rehe, Schwarzbären, Adler und Murmeltiere heimisch. Wer Glück hat, sichtet sogar Grizzlybären und Wölfe.

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