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Canadian Mountain Holidays (CMH) – Heliskiing beim Original in Kanada

Text: Bernhard Krieger

Heliskiing ist die exklusivste Form des Skifahrens. Unverspurter „Champagne Powder“, gigantische Bergmassive und luxuriöse Lodges sind für passionierte Skifahrer das Größte. Und nirgendwo ist Heliskiing besser als in Kanada. Vor rund 50 Jahren hat Heliskiing-Pionier Hans Gmoser das Skifahren mit dem fliegenden Lift erfunden. Mittlerweile ist seine Firma Canadian Mountain Holidays (CMH) das größte Heliskiing-Unternehmen der Welt. CMH ist der Trendsetter des Heliskiings, das längst nicht mehr nur etwas für Super-Skifahrer ist.

Button_ski_kanada_5„Wie oft seid ihr in diesem Jahr einen jungfräulichen Hang abgefahren, in dem noch keine einzige Spur war?“, fragt Veit Erben die gerade angekommenen Gäste in der Bobbie Burns-Lodge von CMH. „So einen perfekten Pulverschneehang, nicht zu steil und nicht zu flach und ein paar Hundert Höhenmeter lang?“, schiebt der Heliskiing-Experte aus Deutschland nach. Seine Firma Aeroski ist neben den Spezialisten Stumböck, Canusa, knecht reisen und Outdoor Adventures eine von mehreren, bei denen man hierzulande Heliskiing-Trips zu CMH buchen kann. Drei leidenschaftliche Tourengeher aus dem Allgäu kommen immerhin auf ein halbes Dutzend, ein Hesse zählt drei, zwei Rheinländer aber können sich beim besten Willen an keine einzige derartige Traumabfahrt in dieser Saison erinnern. „Wir sind allein heute acht perfekte Powderruns gefahren!“, sagt Erben lächelnd.

Spielt das Wetter in British Columbia mit, fahren Heliskier dort den ganzen Tag nur unverspurten Pulverschnee. Was in den Alpen die große Ausnahme ist, ist im Heliskiing-Hotspot der Welt Alltag. Und das liegt nicht nur an den gigantischen Schneefällen von teilweise rund um die 20 Meter pro Jahr. „Erst die Hubschrauber machen diese hohe Quote von Traumabfahrten möglich“, ergänzt Erich Unterberger, der bei CMH für die Guides verantwortlich ist.

Selbst Tage nach dem letzten Neuschnee fahren Heliskier noch jede Abfahrt in makellosem Gelände, weil die Skibergführer mit Hilfe der Hubschrauber in den riesigen Arealen immer wieder perfekte Hänge finden. Durchschnittliche Heliskiing-Areale sind rund 2.200 Quadratkilometer groß. Das ist zweimal größer als die Ski-Giganten St. Moritz, Zermatt, Arlberg, Aspen, Vail und Whistler zusammen. Tummeln sich dort pro Tag Tausende Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten und Geländeabfahrten, sind es in Heliskiing-Gebieten wie der Bobbie Burns-Lodge in BC maximal 44!

CMH Bobbie Burns Panorama c Bernhard Krieger

Auch im Heliskiing-Areal von Bobbie Burns gibt es eine Vielzahl unberührter Hänge

Die Idee, Hubschrauber als fliegende Lifte einzusetzen, hat Hans Gmoser schon vor mehr als 50 Jahren in Kanada perfektioniert. Der Österreicher war als Einwanderer 1953 nach Banff gekommen. Als Guide führte der Alpinist Gäste auf die schönsten Gipfel der Rocky Mountains. 1959 gründete er Canadian Mountain Holidays (CMH). Schon 1963 wagte Gmoser bei Banff erste Heliskiing-Versuche, die jedoch kläglich scheiterten. Zwei Stunden dauerte es, bis die gesamte Gruppe von Abenteuerlustigen auf dem Gipfel war. Der kleine Bell 47 Helikopter war ein Zweisitzer. Pro Flug konnte nur ein Gast transportiert werden. Und oben angekommen, fanden die Pioniere statt Powder brutalen Bruchharsch. Beim zweiten Versuch, wenige Wochen später, wurde der gerade mal 178 PS starke Heli vom Winde verweht.

Erst 1965 wagte Gmoser einen neuen Anlauf. Diesmal startete er von einem verlassenen Sägemühlen-Camp in den Gebirgszügen der Bugaboos, um die Flugdistanzen auf die Gipfel zu verringern. Und diesmal spielte endlich das Wetter mit: Der Himmel war strahlend blau, kein Lüftchen wehte und der Schnee lag meterhoch. Ein Ski-Club hatte bei Gmoser die erste Heliskiing-Woche in der Geschichte gebucht. Und die Gäste waren überwältigt, obwohl wegen des kleinen Zweisitzer-Helis damals nicht mehr als zwei Abfahrten pro Tag möglich waren.

Die Heliskiing-Pioniere kamen in der Woche so „nur“ auf 15.000 Höhenmeter Tiefschnee-Abfahrten. Aber die ersten CMH Heliskiing-Gäste waren überglücklich, konnten sie doch dort fahren, wo keine einzige Spur zu sehen und noch nie zuvor ein Skifahrer gewesen war. Mit ihren weit über zwei Meter langen Spaghetti-Skiern kämpften sie sich durch den aufstaubenden Pulverschnee, dessen Schneekristalle in der Sonne glitzerten. Mit dieser ersten CMH-Woche war Heliskiing geboren. Von nun an konnten auch normale Skifahrer die unberührte Wildnis Kanadas und ihre Pulverschneehänge erleben – eine Erfahrung, die bis dato konditionsstarken und gut ausgebildeten Tourengehern vorbehalten war.

Die Nachricht vom Heliskiing-Urlaub verbreitete sich in der Ski-Szene wie ein Lauffeuer – die Nachfrage stieg kontinuierlich. 1968 baute Gmoser in den Bugaboos die erste Heliskiing-Lodge der Welt, die bis heute besteht. Schon 1974 kam die Cariboos-Lodge dazu, viele weitere folgten. „Mittlerweile betreibt CMH zwölf Lodges in den imposantesten und schneereichsten Gebirgszügen British Columbias“, erzählt Erben.

Sein Vater, Dr. Pepi Erben, gehört zu den Heliskiing-Pionieren in Deutschland. Jahrzehntelang arbeitete er mit seinem Reiseunternehmen Aeroski als CMH-Agentur in Deutschland. Mittlerweile führt Veit Erben den Heliskiing-Spezialisten. Erben hat die Entwicklung des Heliskiings in Kanada und weltweit hautnah miterlebt. „Heliskiing ist sehr viel vielfältiger geworden – gerade auch dank CMH“, erläutert der passionierte Skifahrer.

Die verschiedenen CMH-Lodges befinden sich in unterschiedlichen Regionen mit ganz unterschiedlichem Terrain. Die Lodge in den Monashees ist berühmt für ihre steilen, langen Waldabfahrten. Auch CMH Galena und CMH Kootenay im Süden von BC gelten als besonders anspruchsvolle Areale. Die CMH-Standorte Bobbie Burns, Adamants, Gothics, Cariboos, Revelstoke und Valemount dagegen bieten einen perfekten Mix aus weiten und eher sanften Gletscherhängen mit rassigen Waldabfahrten. Auch die Bugaboos hat von allem etwas zu bieten. Und vor allem viel Geschichte.

Überzeugt mit modernem Design: CMH Lodge Valemount.

Überzeugt mit modernem Design: CMH Lodge Valemount.

Jahrelang stand bei CMH ausschließlich das Skifahren im Vordergrund. Die Unterkünfte waren relativ einfach und kamen in die Jahre. Der wahre Luxus war ihre Lage mitten in den Bergen. Einige Lodges wie Adamants, Bobbie Burns, Cariboos und Galena sind so genannten Fly-in-Lodges, die im Winter nur per Hubschrauber erreichbar sind. In den vergangenen Jahren aber ist CMH aufgewacht und hat seine zum Teil angestaubten Lodges renoviert. Wo früher rustikale Sofas vor der Bar Hobby-Keller-Charme versprühten, haben mittlerweile Lounge-Möbel in einem zeitgemäßen, alpinen Stil Einzug gehalten. In vielen Lodges wurden zudem die Gästezimmer upgegraded. Auch völlig neue Luxus-Heliskiing-Chalets wie Bighorn in Revelstoke kamen dazu.

Des Weiteren hat CMH seine Programme diversifiziert. Früher gab es fast nur Heliskiing-Wochen. Inzwischen gibt es auch kürzere Angebote mit vier oder fünf Tagen Heliskiing, auch wenn europäische Gäste – allein schon wegen der langen Anreise – noch immer am liebsten die Wochen-Pakete buchen. Und nicht nur die Länge der Heliskiing-Angebote wurde variantenreicher, sondern auch die Konfigurationen. Beim klassischen Heliskiing-Angebot, das bei CMH „Signature Trip“ heißt, werden große Helikopter eingesetzt, die je Gruppe zehn Gäste und zwei Guides transportieren. Wie viele Gruppen ein Hubschrauber bedient, ist unterschiedlich. Bei einigen Angeboten, wie z. B. bei Valemount, steht der Hubschrauber der Gruppe exklusiv zur Verfügung, in anderen Lodges bedient er bis zu vier Gruppen. Dank des eingespielten Systems halten sich die Wartezeiten jedoch immer in Grenzen. Fährt die eine Gruppe gerade ab, fliegt der Heli schon die nächste auf den Gipfel.

Abflug! Heliskiing in Bobbie Burns .

Abflug! Heliskiing in Bobbie Burns.

Generell aber gilt: Je weniger Gruppen ein Heli bedient, umso mehr wird gepowdert. Auch beim so genannten Small Group Heliskiing mit kleineren Helikoptern für maximal fünf Gäste wie im Adamants-Gebiet wird in der Regel schneller und mehr gefahren. Statt durchschnittlich acht bis zehn Runs sind dann zehn bis 15 pro Tag mit entsprechend mehr Höhenmetern zu schaffen. Zwischen 30.000 und 50.000 Höhenmeter in einer Woche sind durchaus üblich. Manchmal ist es auch mehr. Höhenmeter sind die Währung beim Heliskiing, eine gewisse Anzahl ist immer inkludiert. Wer mehr fliegt, zahlt einen Aufschlag. Sollte man wegen schlechten Wetters seine garantierten Höhenmeter nicht erreichen, gibt es eine Rückerstattung.

Neben unterschiedlichen Längen und Gruppenkonfigurationen bis hin zum super-exklusiven Private-Heliskiing hat CMH in jüngster Zeit auch seine Spezial-Angebote enorm ausgebaut. Da gibt es „Powder Intro“-Wochen, in denen die Gruppen mit zehn Gästen und zwei Guides besetzt sind und deutlich langsamer gefahren wird. Das ist ideal für Heliskiing-Einsteiger. Die Guides können Firsttimer optimal coachen, so dass schon die ersten Heliskiing-Tage ein unvergessliches Vergnügen werden. Powder Intros gibt es auch als reine Frauen-Wochen und als Family Adventure, das perfekt auf Heliskier zugeschnitten ist, die ihre Kinder mitbringen. „Heliskiing ist dank der breiten, leicht zu fahrenden Tiefschnee-Ski und der Spezial-Angebote längst nicht mehr nur was für Top-Skifahrer“, bestätigt CMH-Guides-Chef Unterberger. Wer in einem Skigebiet schwarze Pisten bewältige und einigermaßen fit sei, dürfe sich Heliskiing durchaus zutrauen.

Und dass es für Heliskiing praktisch keine Altersgrenze gibt, beweisen die Powder Masters Programme. Diese richten sich an ältere Semester, die immer noch Spaß am Heliskiing haben, aber es gemächlicher angehen lassen wollen. Die Gruppen sind auf neun Gäste limitiert, dafür kommt ein dritter Guide mit, der zusätzlich Sicherheit gibt. „In den Powder Masters-Wochen habe ich schon Neunzigjährige fahren sehen“, erzählt der gebürtige Österreicher Unterberger.

Das Gegenteil der Powder Masters sind Freeride-Programme für die „Jungen Wilden“. In „Steep Shots & Pillow Drops“ können starke Skifahrer und Snowboarder ihre Grenzen im anspruchsvollsten Terrain mit Hilfe speziell ausgebildeter Guides ausloten. Auch die „Ambassador Trips“ sind für begeisterte Skifahrer etwas ganz Besonderes. In speziellen Wochen können CMH-Gäste eine ganze Wochen lang gemeinsam mit ehemaligen Skirennstars wie Didier Cuche und Dani Mahrer oder Freeride-Legenden wie Chris Davenport und Chris Benchetler verbringen. Auch US-Skistar Julia Mancuso, der Schweizer Abfahrtsweltmeister Patrick Küng, Ex-Skistar Bruno Kernen sowie der Liechtensteiner Andy Wenzel waren schon in Special Weeks mit Gästen bei CMH unterwegs.

„Hinzu kommen dann noch exklusive Wochen wie unsere regelmäßigen Skitest-Heliskiing-Wochen oder unser Oster Special 2018“, ergänzt Aeroski-Chef Erben. Welchen Heliskiing-Trip man auch immer bucht, das Erlebnis wird überwältigend sein. „Allein schon die Flüge mit dem Heli durch diese gigantische Bergwelt sind unvergesslich“, schwärmt Abfahrtslegende Didier Cuche. Den Streif-Rekordsieger aus der Schweiz beeindruckt in Kanada immer wieder „die Schneequalität und diese enorme Weite“. Wenn einen der Hubschrauber auf einem winzigen Gipfelplateau inmitten dieser weißen Wildnis aussetzt und man danach durch knietiefen, makellosen Pulverschnee ins Tal wedelt, ist das schon atemberaubend. CMH-Gründer Hans Gmoser hat mit seinem Lebenswerk Skifahren und Snowboarden diese neue Dimension gegeben. Gmoser kam 2006 bei einem Radunfall in Banff ums Leben, seine Vision aber lebt weiter – in CMH und vielen weiteren Heliskiing-Unternehmen.

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